3 month Sabbatical / Eure Fragen und mein Resümee

Hallo ihr Lieben,


danke für Eure lieben Nachrichten, es hat mich sehr gerührt zu lesen was Euch die Bilder und Zeilen meiner Reise in Zeiten von Corona bedeutet haben. Auch dass flüchtige Bekannte mit so einer Begeisterung dabei waren und wir durch meine Reise nun näher zusammengerückt sind – das hätte ich niemals erwartet. Danke auch für die Einsendung Eurer Fragen, die ich gerne beantworten möchte. English Text here


Doch bevor ich untenstehend auf die Fragen zurückkomme noch eine Überraschung:

Als Rückblick auf meine Reise habe ich eine besondere Erinnerung geschaffen und einige Highlights (sicher nicht alle, aber das würde mal wieder den Rahmen sprängen) in dieses „Best Of“-Video gepackt. So dürft ihr Euch zurücklehnen und fünf Minuten die vergangenen drei Monate auf Euch wirken lassen – macht es Euch bequem, rein in den Sessel oder aufs Sofa, Gedanken aus, Musik an und Video ab: https://youtu.be/F_Le3twGDhw



Und nun zu Euren Fragen und meinem Resümee:


1. Was hast du auf der Reise sehr vermisst?


Meinen Kleiderschrank 😉 Nicht wegen der Kleidung, sondern weil alles seinen Platz hat – das ständige Ein- und Auspacken bei Reisen schlaucht nach ein paar Wochen, vor allem wenn man immer nur ein, zwei Tage in einer Unterkunft ist. Natürlich habe ich auch oft an meine Familie, Findus und meine Freunde gedacht – aber ich fühlte mich auch in der Ferne mit ihnen verbunden und freute mich einfach auf das Wiedersehen, deshalb war das (anders als erwartet) sehr gut zu verkraften.


2. Hast du richtig gepackt?


Hätte ich die Frage in der Schweiz beantworten müssen, hätte ich gesagt: nein, zu viel Sommerkleidung, die ich nie tragen konnte. Aber nun am Ende meiner Reise habe ich festgestellt, dass ich sehr gut gepackt habe, denn die Shorts und Tops kamen dann auf den Kanaren zum Einsatz! Ob Minus 10 Grad oder +30 Grad – ich war immer gut ausgestattet.


3. Welche Gegenstände hast du eingepackt, die du nicht gebraucht hast?


Schneeketten hatte ich im Auto und nie benutzt, aber das bereue ich trotzdem nicht, denn ich wusste nicht wie meine Route verlaufen wird und ich hätte sie durchaus brauchen können. Apropos Kette, ebenso überflüssig: mehrere Ohrringe und Ketten. Ich hatte meine zwei drei Lieblingsschmuckteile und alles andere nicht einmal an.

Auch die Medikamente habe ich zum Glück bis auf ein paar Tabletten wegen Migräne nicht benötigt – aber auch das kann man ja nie einschätzen.


4. Was hast du noch nachträglich gekauft, weil es in deinem Gepäck gefehlt hat?


Durch das viele Wandern haben einige Socken schnell aufgegeben, da brauchte es weitere Wandersocken.

Und in La Palma war ich am vorletzten Tag nochmal schön einkaufen um mir ein, zwei Kleidungsstücke als Erinnerung mitzunehmen. Daraus wurden ein paar Teile mehr 😉 – lieben Dank in diesem Zuge an Sonja bzw. ihren Koffer 😉


5. Welches Land hat dir am besten gefallen?


Puh, schwierige Frage, das kann ich so pauschal nicht beantworten, denn jedes Land war so facettenreich und ganz besonders. Österreich liebe ich schon immer – die Berge und Seen lassen mein Herz höherschlagen. Auch die Schweiz hat mich mit ihrer Natur sehr beeindruckt. Italien war phantastisch und ich durfte so viele verschiedene Seiten des Landes kennen lernen, Südtirol und die Toskana haben es mir besonders angetan. Fuerteventura ist schon immer meine Energiequelle – die langen feinen Sandstrände und das klare Wasser sind ein Traum. Aber La Palma hat mich sicher am meisten überrascht, denn dort habe ich fünf Wochen verbracht und hatte keinerlei Erwartungen an die Insel. Hier bin ich absolut „angekommen“, nicht zuletzt aufgrund der Menschen, mit denen ich die Insel erleben durfte. Und ich liebe auch die Spanier und ihre Offenheit. Ich denke La Palma zählt sicher zu meinen Highlights.


6. Was waren deine Top 10 Erlebnisse?


Ohne Reihenfolge: Das Hochwasser in Venedig, Sonnenaufgang im Val d Orca in der Toskana, das Wolkenmeer in der Schweiz, Gratwanderung in der Schweiz, Weihnachten auf La Palma, Tanzstunden mit Caro in Fuerteventura, Sonnenaufgänge und Strandspaziergänge auf Fuerteventura, Piratenbucht auf La Palma, die Aussicht des Hauses in dem ich einige Wochen wohnen durfte, Pragser Wildsee in Südtirol, Delfintour … oh das waren wohl mehr als 10. Ich höre schon auf 😊


7. Was war deine größte Herausforderung?


Ich denke die schwerste Entscheidung war vorab folgende Frage zu beantworten: „Kann ich die Reise antreten, wohin kann ich reisen und wie sicher?“ Und daraus resultierend das Learning: ich kann viele Fragen vorab nicht klären – ich muss flexibel agieren, lernen auf mein Bauchgefühl zu hören und selbständig Entscheidungen treffen.


8. Hast du dich einsam gefühl?


Nein – absolut Nein! Nicht einmal hatte ich das Gefühl allein zu sein. Ich habe die Reise so sehr genossen und auch wenn ich weniger Kontakte zu Menschen aufgrund der Coronazeiten hatte, habe ich die wenigen Begegnungen umso mehr geschätzt. Und die Zeit für mich habe ich auch absolut gebraucht, es galt viele Eindrücke zu verarbeiten, viele Gedanken zu sortieren und Entscheidungen zu treffen.


9. Wie viele Fotos hast du gemacht?


Es dürften ca. 7.000 Auslösungen auf meiner Kamera sein, wovon ich 3.000 Bilder bearbeitet und in meiner Datenbank archiviert habe. Einen Gegenstand, den ich sehr vermisst habe und schlichtweg zuhause vergessen habe: Eine externe Festplatte für die Sicherungskopie. So habe ich alles auf meiner Cloud sichern müssen, was je nach Internetverbindung Tage gedauert hat.


10. Hast du bei den Aufnahmen der Menschen immer vorab um Erlaubnis gefragt oder diese Momente unbemerkt eingefangen? Großes Kompliment, die Aufnahmen sind phantastisch.


Danke für deine lieben Worte – es war Situationsabhängig, manchmal habe ich mit den Personen gesprochen, gerade wenn es Nahaufnahmen von Kindern waren und ich mehrere Aufnahmen gemacht habe z.B. als ich rund 20 Minuten das Wasserspiel in Venedig mit den Kids beobachtet und eingefangen habe. Oftmals waren die Momente aber so perfekt, dass ich sie so authentisch und spontan im Sinne der Street Photography festgehalten habe.


11. Wann gibt es einen Reiseführer oder ein Fotobuch?


Vielen Dank für Eure Komplimente und diese Frage habe ich in der Tat mehrfach erhalten. Ich werde den Gedanken aufnehmen. Ich möchte auf jeden Fall einmal in meinem Leben ein Buch veröffentlichen, vielleicht geht es dann ja in diese Richtung. Ich erstelle nun einen Fotokalender für meine Familie und biete gerne an diesen bei Interesse auch für weitere Personen zu bestellen. Lasst es mich einfach wissen. Ebenso habe ich schon die ersten Leinwandbestellungen erhalten und unterstütze gerne bei der Umsetzung.


12. Wie hast du die Balance zwischen Online und Offline beim Reisen gefunden?


Ich hatte mir vor der Reise schon Gedanken dazu gemacht, hatte auch überlegt komplett auf Social Media zu verzichten. Aber ich habe mich entschieden die Reise mit Euch teilen zu wollen und auch für mich in Form des Blogs Erinnerungen festzuhalten. Außerdem war ich alleine unterwegs und so war es für mich schön mich hier und da virtuell mit Euch auszutauschen. Dennoch habe ich darauf geachtet maximal 15 Minuten pro Tag auf Social Media zu verbringen (das habe ich mir als Limit gesetzt und auch fast immer eingehalten). Und was für viele sehr aufwendig aussah war für mich Routine und flink erledigt. Und die Texte für die Blogbeiträge habe ich sehr gerne geschrieben und in der Regel offline, dafür habe ich mir immer schöne Plätze ausgesucht zum Schreiben.


13. Hast du viel Kontakt mit deiner Familie und deinen Freunden gehalten? Meine größte Angst wäre, dass ich sie zu sehr vermisse.


Du wächst mit deinen Herausforderungen und die Angst will ich dir gerne nehmen. Wie in einer vorherigen Frage schon erwähnt habe ich mich während der Reise auch immer mit ihnen verbunden gefühlt. Auch für mich war das keineswegs ein einfacher Schritt. Und so habe ich mich vor allem zum Beginn meiner Reise erst einmal wenig bis gar nicht gemeldet und voll auf mich und meine Reise konzentriert – über meinen Blog waren ja dennoch alle informiert. Telefonate mit meinen Freunden und meiner Familie führte ich erst nach mehreren Wochen und in der Summe kann ich die auch an maximal zwei Händen abzählen. Auch das war eine bewusste Entscheidung. Und eine der schönsten Erfahrungen war die große Anteilnahme all meiner Lieben – es gab immer wieder Textnachrichten oder zehnminütige Sprachnachrichten (Danke für Eure Ausdauer). Das hat mich so berührt, denn ich habe nochmal viel intensiver wahrgenommen, dass ich von so vielen wunderbaren Menschen umgeben bin und das ist das schönste Geschenk.


14. Ich finde es sehr mutig wie du gereist bist und wirklich klasse – aber hast du auch negative Reaktionen zu deiner Reise erfahren – Reisen in Corona Zeiten ist ja sehr umstritten.


Nein, gar nicht. Vielleicht Skepsis beim ein oder anderen zu Beginn, auch bei meiner Familie. Und das verstehe ich auch, denn in der Tat konnte man sich schwer vorstellen, wie es möglich sein wird in Coronazeiten sicher zu reisen. Aber auch wenn ich mit Menschen heute spreche und erkläre, wie ich gereist bin versteht jeder, dass ich verantwortungsbewusst mit der Situation umgegangen bin und vermutlich sicherer auf Reisen war als die meisten zuhause in Deutschland. Ich hatte sehr wenige Kontakte und war in Regionen, in denen die Fallzahlen oftmals deutlich geringer waren als in Deutschland.


15. Hast du dich immer sicher gefühlt allein als Reisende bzw. insbesondere als Frau?


Nun musste ich kurz überlegen, aber überwiegend ja. Meine größten Bedenken galten eher meinem Auto im Süden Europas als mir, denn ich wurde von allen Seiten auf eventuelle Einbrüche aufmerksam gemacht. Aber ich habe alles zuvor mit meiner Versicherung gut abgesichert und wurde auch von Woche zu Woche gelassener. Was mich betrifft habe ich mit meiner Familie und ein paar Freunden eine App genutzt, die meinen Standort geteilt hat, so dass sie im Notfall gewusst hätten, wo ich mich aufhalte. Da war ich übrigens einmal sehr überrascht als meine Mama mir viel Spaß in einer Stadt in Italien wünschte, ohne dass ich ihr gesagt hatte, wo ich bin – und musste schmunzeln als sie mich stolz auf diese neue technische Möglichkeit der Überwachung hinwies 😉 Das hat mir aber eine gewisse Sicherheit gegeben, genau wie ein morgendliches kurzes „Guten Morgen“ auf Whatsapp mit einem meiner Mädels, die sich besorgt gemeldet haben, falls ich es vergessen hatte (Danke Lorena und Kristina).


16. Würdest du etwas im Nachhinein anders machen?


Ich würde mir vorab nicht mehr so sehr den Kopf über alles zerbrechen. Da höre ich schon meine Würzburger Freundin Claudi laut lachen, die mir gerade vor ein paar Tage sagte, dass sie sich dieses Learning so sehr für mich wünschte. Ich bin nicht nur durch meinen Beruf (Studium Eventmanagement 😉) gewohnt Risiken vorab bestmöglich abzuwägen und Plan A-Z zu überlegen. Und bei dieser Reise brachte kein Plan etwas, ich musste flexibel agieren und von Tag zu Tag entscheiden. Teilweise von Stunde zu Stunde. Und es hat wunderbar funktioniert.


17. Was war deine größte Erkenntnis?


Es ist so viel mehr möglich als wir glauben. Wir sollten nicht immer nur die Probleme sehen, sondern vor allem die Lösungen. Ein gewisser Grad and Risiko gehört auch zum Leben dazu. Man kann nicht immer alles im Vorhinein abwägen und während wir uns oftmals ewig den Kopf zerbrechen verlieren wir in dieser Zeit unsere Träume und Visionen. Das heißt nicht, dass wir alles unbedacht angehen sollten, aber manchmal braucht es einfach etwas mehr Mut, Spontanität und Entdeckergeist. Insbesondere Letzteres hat mir immer wieder besondere Momente auf der Reise beschert. Es ist nie zu spät Dinge das erste Mal zu probieren oder Meinungen zu ändern – egal ob Speisen, Aktivitäten oder Kommunikation. Vor allem sollten wir öfter auf unser Bauchgefühl hören. In der Hektik des Alltags habe ich das schon lange nicht mehr wahrgenommen und oft aus Gewohnheit oder rational entschieden. Und eine besondere Erfahrung war auch das Kennenlernen von „Fremden“ auf Reisen: Es gibt so viele wunderbare und interessante Menschen, egal woher, egal wie alt, egal welche Sprache sie sprechen – sie teilen alle inspirierende Geschichten und Erfahrungen und sind so herzlich und offen – sofern du das auch bist. Und ich bin sehr dankbar, dass ich auf meiner Reise Menschen kennenlernen durfte, die Teil dieses Abenteuers wurden und heute zu meinen Freunden zählen. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen.


18. Wo geht deine nächste Reise hin?


Ich denke auch das kann ich als „Reise“ bezeichnen, denn es ist ein großes Abenteuer, das nun auf mich wartet: Mein Umzug nach Berlin und zuvor entsprechende Reisen zwecks Einarbeitung, Wohnung finden etc. Eigentlich wäre ich auch gerne mit meinen Mädels zu meinem 30. Geburtstag ein paar Tage verreist – das haben wir uns fest vorgenommen. Aber das wird im Februar mit Corona leider nicht möglich sein. Aber wir holen es nach. Und wohin es dann geht werden wir sehen, viel wichtiger ist, dass wir alle zusammen verreisen können! Ich freue mich riesig drauf ihr Lieben!


Ich hoffe ich konnte alle Fragen beantworten, sollte es weitere Fragen geben, meldet Euch gerne bei mir über Kommentare oder per Nachricht an LauraSturm@gmx.de. Die Seite wird weiter bestehen, vielleicht nutze ich sie auch für zukünftige Reisen.


Ich beende nun die letzten Zeilen dieses Reiseabschnitts mit dem Abschlussslogan aus dem Video:


Dream big. Believe big. Results will be big.


Danke für alles – das waren meine drei Monate Sabbatical. Mein Traum, der wahr wurde.


Eure Laura

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